| Besprechung |
Teil II, Jahrgang 2003, Heft 3/4, S. 390-391
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491. Ernst, H. U. & Rudolph, F. (2002): Trilobiten weltweit. Die Welt der Dreilapper und ihr Spiegelbild in der Philatelie/Trilobites worldwide. The world of trilobites and their reflection in philately. 118 S., 173 meist farbige Abb., 2 Tab.; München (Dr. Friedrich Pfeil), 21 x 24,5 cm, geb., ISBN 3-89937-003-1, € 32,. Das Sammeln von Gegenständen ist eine uralte menschliche Eigenschaft: Schon steinzeitliche Menschen taten es: Nachgewiesen ist das z. B. durch den Fund einer Fossiliensammlung aus der La Tène-Zeit bei Bernburg. Die Sammelgegenstände können unterschiedlich sein. z.B. Strumpfbänder, die J. W. v. GOETHE auch sammelte, Bierdeckel, Briefmarken oder Fossilien. Gesammelt wird aus merkantilen Interessen, zum Zeitvertreib/als Hobby oder zur Bildung/Belehrung. Oft geschieht es, daß Hobbysammlern wertvollste Funde gelingen oder daß sie sich zu ausgewiesenen Spezialisten entwickeln, die bedeutende wissenschaftliche Beiträge leisten. Bisweilen kommt es vor, daß Menschen ihre Aufmerksamkeit zunächst unterschiedlichen Objekten widmen und dann die Gemeinsamkeiten entdecken oder sich deren von Anfang an bewußt sind. So ist das beispielsweise bei Briefmarkensammlern, die gleichzeitig Fossilien, Minerale oder Überreste rezenter Organismen sammeln oder ein Herbarium anlegen, oder vice versa bei Naturwissenschaftlern, die zusätzlich Briefmarken sammeln. Gleichgültig, wie es zu den Doppelinteressen gekommen ist: Sie können sich in jeder Beziehung positiv auswirken. Die Verf. des vorliegenden Buches vereint das Interesse an Briefmarken und Trilobiten. Daher stellen sie hier alle bis 2002 bekanntgewordenen Briefmarken, Sonderstempel und Ganzsachen vor, die dem Thema Trilobiten gewidmet sind, was gegenwärtig noch ein überschaubares Unterfangen ist. Als Richtschnur für die Darstellung wählten die Verf. nicht das Erscheinungsjahr der Briefmarken, sondern den anspruchsvolleren Weg: Sie folgten der Trilobiten-Systematik. Nachdem sie zunächst geklärt hatten, was ein Trilobit war, wie diese Tiere aufgebaut waren, wann und wie sie gelebt haben, stellen sie die 48 bisher erschienenen Briefmarken und Blöcke zu diesem Thema vor. Gegliedert ist der Text dazu entsprechend den Trilobiten-Ordnungen: Agnostida, Redlichiida, Corynexochida, Lichida, Phacopida, Proetida, Asaphida und Ptychopariida sowie "Stilisierte und nicht bestimmbare Trilobiten". Im Anhang wird noch eine illegale Blockausgabe vorgestellt. Es folgen das Literaturverzeichnis sowie ein Register der Briefmarken, Stempel und Ganzsachen, angeordnet nach dem Ausgabeland und dem Erscheinungsjahr. Der Text ist so aufgebaut, daß am Anfang jeweils die systematische Gliederung der Ordnung tabellarisch vorgestellt wird. Dann folgen der Name der abgebildeten Art mit ihrer systematischen Zugehörigkeit sowie die Vorstellung der Briefmarken, Stempel oder Ganzsachen. Danach findet man die Beschreibung der abgebildeten Art, Angaben zu deren Größe, das stratigraphische Vorkommen und die geographische Verbreitung. Neben der Wiedergabe der philatelistischen Objekte gibt es jeweils ein meist gutes bis sehr gutes Photo der betreffenden Art, eventuell auch das einer nahe verwandten Art derselben Gattung, wenn kein Fossil der dargestellten Art zu beschaffen war. Wie aus dem zweisprachigen Titel des Buches bereits zu erwarten, ist der gesamte Text zweisprachig, deutsch und englisch, parallel gesetzt. In der dritten Textspalte stehen dann meist die Abbildungserläuterungen, natürlich ebenfalls zweisprachig. Dieser dreispaltige Satz wurde durch das benutzte Buchformat (s. o.) möglich. Die Informationen in diesem Band sind fast alle korrekt. Falsch sind z. B. das angegebene Alter für Eurypterus und die Behauptung, daß es unter den Tieren im Jura Mäuse gegeben hätte. Das Lesevergnügen wäre noch größer, wäre die Fehlerzahl geringer und wenn man für einen Sachverhalt immer denselben Begriff benutzt hätte (z. B. nicht Duplikatur und Umschlag) und wenn die Schreibweise immer einheitlich wäre (z. B. nicht Britisch Kolumbien, Britisch-Kolumbien und British Columbia). Alle im Text genannten Arbeiten sollten auch im Literaturverzeichnis enthalten sein. Wünschenswert wäre ferner ein Register mit allen im Text genannten Taxa. Diese Hinweise werden hier u. a. deshalb gegeben, weil der Verlag am Ende des Buches ankündigt, daß weitere Bände zu den Themen fossile Fische sowie Ammoniten & Co in Vorbereitung seien. Alles in allem erhalten Briefmarken- und Trilobitensammler mit diesem Buch eine umfassende Information zu den Sammlungsgegenständen ihres Hobbys, werden vielleicht auch angeregt, sich mit der anderen Thematik zu beschäftigen, sofern Ihr Interesse nur einem der beiden Sammelgebiete gilt. In diesem Sinne sei das Buch empfohlen. D. H. STORCH |
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